• Bianca

Fressen, Sex & Sicherheit - Auf der Suche nach der richtigen Belohnung

Aktualisiert: 12. Juni



Auf der Suche nach der richtigen Belohnung, muss man sich erst einmal Gedanken darüber machen, was dem Hund eigentlich wichtig ist. Was lockt unsere Vierbeiner hinterm Ofen vor? Was treibt sie an?


Hunderte von Millionen von Jahre ist es alt. Tief im Säugetiergehirn verankert. Ein Programm, welches dafür sorgt, dass Hunde (und übrigens auch wir Menschen) ständig danach streben, die eigene Art überleben zu lassen. Die kostbaren Gene von Generation zu Generation weiterzugeben.


Um dieses höchste Ziel zu erreichen, müssen

  • regelmäßig Ressourcen beschafft/gesichert werden

  • Nachkommen produziert werden und

  • alle möglichen Gefahren abgewehrt werden


Also kann man, grob gesagt, alle von Hunden gezeigte Verhaltensweisen in drei große Funktionsbereiche einordnen (Im Spiel - dem heimlichen 4. Funktionsbereich - zeigen Hunde oft Verhaltensweisen aus allen Funktionsbereichen quer Beet):

  • Fortpflanzung

  • Ressourcenbeschaffung/-sicherung

  • Gefahrenabwehr

Gucken wir uns das mal etwas genauer an 🔎


Sofern der Hund nicht bei einem Züchter groß wird, wird ihm sein eigentliches, großes Ziel (Nachkommen zu produzieren) verwehrt bleiben. Das kann für Rüden wie auch für Hündinnen äußerst frustrierend sein, sobald ein geeigneter Partner in der Nähe auftaucht und man nicht kann, wie man gerne würde. Das mit den Nachkommen ist unter menschlicher Obhut echt schwierig umzusetzen.

Bei den Ressourcen sieht es da schon etwas anders aus. Fressen zu beschaffen und Vorräte zu sichern gehört zum "täglich Brot" unserer Vierbeiner. Fressen ist auch eines DER Grundbedürfnisse und sollte niemals an Bedingungen geknüpft sein. Trainingsformen wie NILIF (Nothing in Life is free) sind daher bedenklich, da sie für permanenten Hintergrundstress sorgen können. Denn, wenn Fressen nicht zuverlässig regelmäßig zur Verfügung steht, wird es zu einer wertvollen Ressource für den Hund, um die er ständig bangen muss und schwubbeldiewupps haben wir unter Umständen auch noch ein handfestes Ressourcenproblem. Also, den Wuffie bitte immer regelmäßig füttern.


Gerade bei der Gefahrenabwehr zeigt sich ganz deutlich, dass Hunde ständig eine ausgeklügelte Kosten-Nutzen-Analyse im Hintergrund laufen haben. Flucht ist sehr viel "billiger" als ein möglicher Kampf, dessen Ausgang ungewiss ist. Das Heilen von Verletzungen kostet sehr viel Energie. Energie, die man anderweitig dringender benötigt. Daher wird jeder Hund versuchen, eine Gefahr unter allen Umständen, so verletzungsfrei wie nur möglich abzuwehren. Das Problem ist nur, dass die meisten unserer Hunde durch eine Leine von dieser, aus ihrer Sicht, besten (günstigsten) Strategie, "Flucht (Flight)", abgehalten werden.

Auf Grund dieser Bewegungseinschränkung durch die Leine wird unser Fellkind gezwungen auf eine der anderen 3 Strategien (es gibt insgesamt 4 dieser Bewältigungsstrategien in Bezug auf Bedrohungen) zurückzugreifen:

  1. Die eher harmlose aber für andere Hunde z.T. extrem nervige Strategie des "Rumkasperns (Fiddle about)" - fälschlicherweise oft als "Der freut sich aber sehr" gedeutet,

  2. die Strategie "Einfrieren (Freeze)" oder als letzte Variante dann halt doch

  3. die Strategie "Kampf (Fight)" (Stichwort: Leinenrüpel).


Zusammenfassend kann man also sagen:


JEDES VERHALTEN HAT EINE FUNKTION!



Und was hilft dieses Wissen für's Training?

Nun...

  • Verhaltensweisen, die Erfolg versprechen, sich lohnen, werden häufiger gezeigt

  • Verhaltensw