6-Wochen-Kurs für Fellkinder und Ihre zweibeinigen Freunde


Als Hundeverhaltenstherapeutin werde ich immer dann gerufen, wenn etwas in Schieflage geraten ist. So oft schon habe ich mir gedacht, dass das ein oder andere Problemverhalten vielleicht gar nicht entstanden wäre, hätte der Halter eine fundierte Grundausbildung erhalten. So viele Mythen und Missverständnisse, die es rund um die Hundeerziehung gibt und die Hund und Halter das Leben so unnütz schwer machen. Daher ist mir dieser Kurs eine persönliche Herzensangelegenheit. 


KURSAUSSCHREIBUNG:

Sitz, Platz, Bleib. Das sind nette kleine Tricks. Aber mehr nicht. Sie helfen nicht, wenn Ihr Welpe Angst vor Objekten hat; sie helfen nicht, wenn Ihnen und Ihrem Welpen ein großer Hund entgegen geprescht kommt; sie helfen nicht, wenn Ihr Welpe verletzt ist und er die Welt nicht mehr versteht, usw. Alltag besteht aus sehr viel mehr als Sitz, Platz und Bleib. Im Vordergrund dieses Kurses steht daher die "Alltagstauglichkeit“ Ihrer Partnerschaft.

 

Wir treffen uns insgesamt 12 Mal. Zum Einen zu 6 Einzelstunden (jede Woche individuell ab 16:00 Uhr buchbar) und zum Anderen zu 6 Gruppenstunden (immer Samstag Vormittags von 10:00 Uhr - 11:00 Uhr).

 

In den Einzelstunden werden wir neue und auch vergangene Themen besprechen. Wir werden gezielt die Übungen durchführen, die gerade auf dem Lehrplan stehen. In der Gruppenstunde haben Sie dann die Möglichkeit, das Geübte zusammen mit den Anderen unter Ablenkung abzufragen (z.B. einen schicken kleine Rückruf).

 

Die Stunden bauen aufeinander auf, daher wäre es ungünstig, sollten Sie eine Stunde verpassen. Es gibt einige wenige Ausweichtermine, diese sind aber sehr begrenzt und unter Umständen bereits ausgebucht.

 

In den Gruppenstunden fehlt oft die Zeit, ausführlich auf individuelle Probleme einzugehen. Dafür bietet die Einzelstunde die beste Gelegenheit zur umfangreichen Klärung von Fragen und Problemen.

 

Hauptziel der Gruppenstunde ist es, unseren Fellkindern Gelassenheit in der Gegenwart anderen Hunde und Menschen beizubringen. Das Aushalten-Können von solchen Reizen wird ihnen nicht in die Wiege gelegt und es wäre fatal, damit bis zum Junghundealter zu warten. Daher lernen die Welpen in der Gruppenstunde von Anfang an, höflich miteinander umzugehen. Wildes Raufen und frontales aufeinander zu preschen entspricht nicht dem feinen Hunde-Knigge und wird von uns freundlich umgelenkt. So klappt's später auch mal bei Begegnungen mit fremden Hunden.

 

Geplante Kursinhalte:

  • Einführung eines Markerwortes - Grundlage einer gemeinsamen Kommunikation
  • Alles zum großen Thema Belohnung - Mythen und Fakten und warum wir vor allem am Anfang mit Leckerchen nur so um uns schmeißen werden
  • Behutsame Gewöhnung an Umweltreize mit vielen positiven Erfahrungen - dazu dienen u.a. auch die Welpen-"Spaziergänge" auf dem weitläufigen Trainingsgelände und im gegenüber liegenden Wald
  • Begegnungstraining - Höfliche Umgangsformen gegenüber Artgenossen und Menschen
  • Vorbeugendes Ressourcentraining - KEIN WEGNEHMEN DES FUTTERNAPFES!
  • Errorless Learning - Aufbau von Übungen so, dass sie gar nicht schief gehen können - Lerntechnisch die Meisterlösung
  • Deckentraining - zur Überbrückung von Wartezeiten in der Gruppenstunde, im Restaurant, während der Trennungszeiten zu Hause oder während des Besuches bei Freunden
  • Basisübungen für einen sicheren Rückruf - freiwillige Aufmerksamkeit und Einführung eines Umorientierungssignals
  • Freudiges Gehen an lockerer Leine - KEIN FUß!
  • Erste Übungen zum "Medical Training" - Angefasst werden mit Ankündigung für einen stressfreien Arztbesuch
  • Unerwünschtes Jagdverhalten - Tipps und Übungen zum Umlenken
  • Und immer wieder wichtige Fakten rund um die Welpen- und auch Junghundeentwicklung

 

Was Sie hier vergeblich suchen werden

  • Einsatz von Rangreduktionsmaßnahmen, welche auf der veralteten und längst widerlegten Rudelführungstheorie beruhen (z.B. die Alpha-Rolle, In-die-Seite-Pieken, Leinenrucken, usw.).
  • Unkontrollierter, wilder Freilauf in den Gruppenstunden - "Die klären das schon unter sich" geht selten gut aus. Es kann zu lebenslanger Angst gegenüber Artgenossen kommen. Somit ein absolutes "No-Go". Die Welpen dürfen Kontakt haben, aber nur unter unserer gemeinsamen Aufsicht, zu festgelegten Regeln.

Dieser Kurs ist für Welpen von 10 - 16 Wochen (Alter bei Kursstart)

 

Am Ende des Kurses werden Sie sehr viel neues Wissen besitzen. Es wird Zeit mit alten Trainingsmethoden und Mythen aufzuräumen. Auf das der "beste Freund des Menschen" auch genau das wieder wird - ein Freund.


 Um Schreckreize als effektive Trainingsmaßnahme einzusetzen, braucht man drei Fähigkeiten:

 

- ein tiefes Verständnis des Hundeverhaltens

- ein tiefes Verständnis der Lerntheorie

- tadelloses Training

 

Und wenn man alle drei Fähigkeiten hat, benötigt man keine Schreckreize!

 

Dr. Ian Dunbar