• Bianca

Wie Hunde lernen - Teil 2: Positive und negative Strafe

Positive und Negative Verstärkung haben wir uns im ersten Teil schon angesehen. Kommen wir nun zu den anderen beiden Säulen der Lerntheorie: Der Positiven und Negativen Strafe.


Positive Strafe = Ich füge etwas Unangenehmes hinzu und

Negative Strafe = Ich nehme etwas Angenehmes weg.


Die Positive Strafe ist die gängigste Form der Bestrafung. Der Hund schnüffelt dem Hundehalter z.B. zu lange an einer Stelle und wird darauf hin gewaltsam weg"geruckt". Ihm wurde etwas Unangenehmes hinzugefügt.


Beteiligte Emotionen: 'Unsicherheit', 'Schmerz'& 'Angst'


Negative Strafe hingegen bedeutet, dass etwas Angenehmes weggenommen wird. Der Klassiker wäre das Wegnehmen des Fressnapfes, um ihm, was auch immer, zu beweisen.  


Beteiligte Emotion: 'Frustration'& 'Enttäuschung'


Das Problem mit egal welcher Strafe ist, dass sie kein Vertrauen schafft. Vertrauen aber ist die Grundlage für jede stabile Beziehung. Egal ob Mensch-Mensch, Hund-Mensch oder Hund-Hund-Beziehungen.


Dann ist ein weiteres Problem, dass Hunde kein Falsch und Richtig kennen. Das heißt, wenn sie für etwas "Falsches" bestraft werden, können sie das nicht zuordnen. Für Hunde verhält sich der Bestrafende unberechenbar. Er wird für den Hund zu jemanden, den man meiden sollte.


Die Nebenwirkungen, die diese beiden Arten der Strafe mit sich bringen, sind einfach zu groß (Vertrauensverlust, Verunsicherung, Angst, usw.) und haben daher keinen Platz in der modernen Hundeerziehung. 


Hunde, die hauptsächlich über Strafe erzogen wurden, und das sind nicht wenige, zeigen u.U. sehr ausgeprägtes Meideverhalten. Sie versuchen der die Strafe bringenden Person aus dem Weg zu gehen, durch Kopf wegdrehen, nicht zurück kommen (Rückruf verhallt ungehört), weggucken, unter dem Tisch verstecken, knurren oder vielleicht sogar Beißen. Aggressivität ist keine seltene Ausdrucksform von zu häufig erlittener Strafe. Auch das Ignorieren der Bedürfnisse des Hundes fällt in den Bereich Strafe.


Eine weitere Folge des Strafens kann die erlernte Hilflosigkeit sein. Wenn ein Hund merkt, dass er der Strafe nicht entgehen kann, ganz egal was er anbietet/tut, er jeder Situation ohnmächtig gegenübersteht, dann driftet er irgendwann in die sogenannte erlernte Hilflosigkeit ab. Wenn jemand also seinen Hund als superbrav und ruhig beschreibt, dann werde ich sehr hellhörig. Entweder der Hund ist krank oder der Hund steckt in der erlernten Hilflosigkeit fest. Denn DEN superbraven, ruhigen, gehorsamen Hund gibt es nicht. Das heißt, es gibt ihn vielleicht schon irgendwo da draußen, aber er ist so selten wie ein 6-er im Lotto.


Strafen ist in der Hundeerziehung nicht notwendig. Es geht ohne. Es kann Situationen geben, in denen man Strafe einsetzen muss. Z.B. der Hund setzt an, über die Straße zu seinem Hundekumpel zu preschen und droht in einen LKW zu rennen. Da bin ich aber so was von schnell dabei, meinen Hund zu packen, egal an welchem Körperteil und ihn zurück zu reißen. Das ist auch Strafe, aber wir dürften uns alle einig sein, dass geht in diesem Moment nicht anders. Allerdings werde ich mir danach Gedanken machen, wo ich mein Training verbessern muss (der Hund prescht nicht mehr los, wenn er etwas sieht), oder wo ich verantwortungsvoller (an der Straße ist der Hund angeleint) handeln muss, dass so etwas gar nicht mehr vorkommt.


Aus Liebe zu unseren Lebensbegleitern:

Verzichtet auf überflüssige Strafe in der Hundeerziehung.

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