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Hunde Verhaltens Therapie Praxis Rehau

Training mit Herz & Verstand

Zu diesen Zeiten bin ich für Sie da:

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Das Markersignal

Was ist ein Markersignal?

Das Markersignal ist das Versprechen auf eine Belohnung (immer!). Damit können wir erwünschtes Verhalten innerhalb der erforderlichen 0,5-2 Sekunden punktgenau einfangen und verstärken. Denn nur Verhalten, das verstärkt wird, wird wiederkehrend gezeigt und wir möchten ja, dass gutes Verhalten so oft wie möglich gezeigt wird.


Mit dem Markersignal machen wir es unserem Hund leichter, zu verstehen, welches Verhalten gut ist/zum Erfolg führt/uns gefällt. Wir geben ihm die Chance einer gemeinsamen Kommunikation.


Warum ein Markersignal? Geht es nicht auch ohne?

Diese Frage ist ganz klar mit einem JA zu beantworten. ABER: Ohne Markerwort ist die Verstärkung des erwünschten Verhaltens ungenau. Der Hund braucht um ein Vielfaches länger, bis er versteht, was wir von ihm wollen. Die Verstärkung des erwünschten Verhaltens muss innerhalb von 0,5 – 2 Sekunden stattfinden (beim „Sitz“ lernen wäre das z.B. der Moment, in dem der Po den Boden berührt). Ein normales Lob wie z.B. „Ja, super.“ dauert 2-4 Sekunden. Das ist zu lang für eine präzise Verstärkung.


Warum ein Wort, warum kein Klicker?

Ein Wort geht schneller über die Lippen und man muss auch nicht daran denken es mitzunehmen. Darüber hinaus ist es punktgenau. Einen Klicker kann man schon mal vergessen, oder er ist in der Außentasche und bis man ihn rausgekramt hat, ist die Situation schon vorüber. Es gibt auch einige wenige Hunde, die sich vor dem metallischen Klick fürchten, was gerade bei der Angsttherapie kontraproduktiv sein kann. Und außerdem haben wir beim Klicker eine gewisse Ungenauigkeit. Ein Klicker klickt nämlich 2x. Beim Runterdrücken und beim Loslassen. Damit wird unter Umständen, das falsche Verhalten verstärkt. Das ist der Grund, warum in der Verhaltenstherapie eigentlich immer mit Markerwort gearbeitet wird.


Beispiel Handtouch: Der Hund stupst die Hand an und es wird geklickt. Die Hundenase ist gerade wieder weg von der Hand, da klickt es das zweite Mal. Was wurde jetzt verstärkt? Der Hund wird sich aller Wahrscheinlichkeit nach die letzte Aktion, bzw. beide Aktionen merken. Wir haben also ungewollt, das falsche Verhalten (Nase weg von der Hand, bzw. Hin&weg als Verhaltenskette) verstärkt.

Ein Markerwort zum richtigen Zeitpunkt allein reicht aber noch nicht. Wir brauchen zusätzlich zum Markerwort und zum perfekten Timing auch noch die Belohnung. Es ist nämlich die Belohnung, die dem Markerwort überhaupt erst seine Bedeutung verleiht.


Am Anfang sind das hauptsächlich Leckerchen. Später werden auch unter Signal gesetzte Umweltbelohnungen wie z.B. „Geh schnüffeln“, „Geh buddeln“ (natürlich nur, wo’s keinen stört), „Geh flitzen“ usw., eingesetzt. Verknüpft der Hund die Stimme von Frauchen oder Herrchen mit Geborgenheit und Wohlbefinden, dann ist auch das verbale Lob eine sehr gute Belohnungsmöglichkeit, aber wirklich nur dann. Genau wie Streicheleinheiten als Belohnung dienen können, wenn der Hund diese auch wirklich mag. Und zu guter Letzt können natürlich auch Spiele, wenn sicher ist, dass sie mit einem niedrigen Erregungslevel beendet werden können, als Belohnung dienen.

Für die Umsetzung brauchen wir:

  • Leckerchen in verschiedenen Wertigkeiten. Vom normalen Trockenfutter bis hin zur Geflügelfleischwurst oder Goudawürfel (etwas, wofür der Hund töten würde). Er sollte immer gespannt sein, was er gleich für eine Leckerei bekommt. So erst wird sie zur echten Belohnung. Einzige Ausnahme: Wird das Markerwort für den Aufbau eines neuen Verhaltens/Signals genutzt, gibt es bei den ersten drei, vier Übungseinheiten nur Superleckerchen. Und nicht vergessen:


„Der Wurm muss dem Fisch schmecken, nicht dem Angler“😅


So sehr man sich vielleicht auch wünscht, der Hund würde auch kalorienarme Gurkenstückchen oder nur ein Tätscheln des Kopfes lieben, wenn der Hund das nicht mag, ist es auch keine Belohnung und damit auch keine Verstärkung.


  • Ein Markerwort. Das Markerwort ist ein einsilbiges, umlautfreies, kurzes, knackiges, exklusives (nur für diesen Zweck benutztes) Wort. Gerne genommen werden z.B.: „Click“, „Tack“, „Yes“, „Yep“, „Top“. Nicht geeignet sind: „Gut“, „Super“, „Toll“, u.ä. Sie werden zum Einen ungewollt oft in die Länge gezogen und verlieren damit das Punktgenaue und zum Anderen sind es Worte, die einem im Alltag auch mal einfach so über die Lippen kommen können, was ihnen die Exklusivität nimmt.

  • Perfektes Timing. Das ist etwas, das man üben muss. Das hat noch nie bei jemandem von Anfang an wirklich gut geklappt, daher bitte nicht gleich aufgeben. Man muss genau den Moment erwischen, den man verstärken möchte. Wie bereits erwähnt, wäre das z.B. beim Signal „Sitz“ der Moment, wenn der Po den Boden berührt. Auch sieht man bei den meisten Hundehaltern am Anfang, dass die Hand zum Leckerchenbeutel geht noch bevor das Markerwort gesagt wurde. Damit wird die Hand zum Versprechen auf Belohnung und das Markerwort verliert an Bedeutung. Es kann unter Umständen sogar dazu führen, dass der Hund nur noch die Hand anstarrt. Er verfällt in eine permanente Erwartungshaltung. Daher bitte darauf achten, dass der folgende Ablauf eingehalten wird: Hund zeigt erwünschtes Verhalten (z.B. Handtouch) -> „Markerwort“ (innerhalb von 0,5 – 2 Sekunden nach dem Touch) -> 1x Blinzeln oder Luft holen -> dann erst geht die Hand zum Leckerchenbeutel -> Hund bekommt Belohnung.

Jetzt kann es eigentlich losgehen. Das Markerwort wird zu Beginn „aufgeladen“. Dazu sagt man einfach das Markerwort und steckt dem Fellkind ein Leckerchen ins Mäulchen.

Ungefähr 10 x wiederholen. Das genügt. Das Markerwort ist einsatzbereit 😊